Themenwoche: Kanaren

Urlaub auf den Kanaren erfreut sich sowohl bei Sonnenanbetern als auch bei Wanderern großer Beliebtheit. Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro und Lanzarote locken mit langen weißen Sandstränden, faszinierenden Felsformationen und einer abwechslungsreichen Vegetation.

Land & Leute

Mit den Kanarischen Inseln werden vor allem lange weiße Sandstrände, malerische Buchten und hohe Palmen assoziiert. Dabei haben die sieben Inseln im Atlantik noch weitaus mehr zu bieten. Auf Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie den zum Archipel gehörenden kleineren und teils unbewohnten Inseln, findet sich eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt, die auch einige endemische Vertreter - also Tiere, die es nur dort zu sehen gibt -  zu bieten hat. Zu den imposantesten Gewächsen gehört der Kanarische Drachenbaum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann. Die Fauna der Kanaren besticht vor allem durch eine Vielfalt der unterschiedlichsten Reptilien und Vögel. Die bekannteste Position unter den Tieren auf den Kanarischen Inseln nimmt der Kanarengirlitz ein; ein Ur-Verwandter des Kanarienvogels. In insgesamt 146 Naturschutzgebieten - darunter 4 Nationalparks - haben Urlauber die Möglichkeit, die wunderschöne Flora und Fauna der Kanaren aus nächster Nähe zu erleben.

Ein Urlaub auf den Kanarischen Inseln lohnt sich aber auch wegen der hier lebenden Menschen und ihrer Traditionen. Auf den Kanaren treffen die unterschiedlichsten Kulturen zusammen: Menschen, die auf den Inseln geboren wurden, leben hier zusammen mit Festland-Spaniern und anderen Europäern, Südamerikanern und Afrikanern. Auch Personen mit altkanarischen Wurzeln, also Nachkommen der Ureinwohner der Inseln, sind noch heute hier zu finden. Trotz der vielfältigen Herkunftsländer gehören etwa 90 % der Kanarischen Bevölkerung dem Katholischen Glauben an, der besonders an den religiösen Feiertagen auf den Inseln zutage tritt. Eine der wichtigsten Wallfahrtsstätten ist Candelaria auf Teneriffa mit seiner berühmten Madonna, die jedes Jahr am 2. Februar in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Stadt getragen wird. Eine weitere Feier rund um die Jungfrau von Candelaria findet im August statt. Hierbei wird unter anderem die dazugehörende Legende in einem Schauspiel aufgeführt, außerdem findet auf der Plaza de la Patrona ein bunter Markt statt und zum Abschluss eine Prozession mit der Statue durch die Stadt. Weitere wichtige Feste auf den Kanarischen Inseln sind das Fest der "Virgen del Pino" auf Gran Canaria im September, und "Nuestra Senora del Carmen" auf Lanzarote. 

Wie in jedem Urlaubsland, sollte man natürlich auch auf den Kanaren einige landesspezifische Besonderheiten im zwischenmenschlichen Umgang beachten. So gehört es auf Gran Canaria & Co nicht zum guten Ton, jemandem ausdrücklich zu widersprechen oder auch nur eine Frage mit einem klaren "Nein" zu beantworten. Was als Höflichkeit gemeint ist, kann allerdings für Touristen leicht missverständlich werden, beispielsweise wenn Fragen wie "Gibt es hier in der Nähe einen Bahnhof" nicht mit "nein", sondern mit "Ich bin nicht sicher, ob Sie hier in der Nähe einen Bahnhof finden werden" beantwortet werden. In diesem Fall sollte dem Urlauber bewusst sein, dass eine weitere Bahnhofssuche an diesem Ort erfolglos sein wird. Ebenso wie Höflichkeit spielt auch angemessene Kleidung auf den Kanarischen Inseln eine große Rolle. FKK ist - außer an ausgewiesenen Stränden - untersagt, und auch beim Besuch von Kirchen sollte das Outfit nicht zu freizügig sein.

Kulinarik

Die kanarische Küche setzt sich aus den Essgewohnheiten der Altkanarier - also der Urbevölkerung der Kanarischen Inseln - der Küche der spanischen Eroberer und Einflüssen aus Mittel- und Südamerika zusammen. Zurückgekehrte Auswanderer aus Venezuela oder Kuba brachten Saatgut aus Amerika mit und Pflanzen, die auf der spanischen Halbinsel eingeführt werden sollten, wurden auf den Kanarischen Inseln an die europäischen Bedingungen gewöhnt. Auf diesem Wege gelangten unter anderem Mais, Paprika, Kartoffeln und Tomaten auf die Kanaren, wo sie bis heute eine wichtige Rolle spielen. Der Puchero canario beispielsweise ist ein sehr beliebter Eintopf mit Kartoffeln, Mais, Schweinefleisch, Zwiebeln, Hühnerfleisch, Kürbis, Peperoni, Tomaten und vielen weiteren Zutaten, und auch die besonders auf La Gomera zu findende Creme Almogrote wird unter anderem aus reifen Tomaten hergestellt. Ein typisches Gericht, das auch schon bei den Altkanariern auf den Tisch kam, ist Gofio, eine Art Mehl aus geröstetem Getreide, manchmal vermischt mit Hülsenfrüchten oder Samen, das mit Brühe zu einem Teig verknetet und roh gegessen oder zu einer Süßspeise verarbeitet wird. Den Einfluss der spanischen Eroberer schließlich können Urlauber bis heute beim Genuss fast aller kanarischer Spezialitäten erschmecken - das in der Mehrzahl der Gerichte verwendete Olivenöl nahm erst unter der Herrschaft der Spanier den Platz des zuvor verwendeten Tierfetts ein. Bekannt sind die Kanarischen Inseln aber auch für ihre Weine, die durch das Wachsen im Vulkangestein der Inseln ein ganz besonderes Aroma erlangen. Schon seit dem Mittelalter werden auf den Inseln unterschiedliche Weinsorten angebaut, wobei sich vor allem die Unterarten der Palomino-Traube, aber auch einige internationale Sorten wie die Pinot Noir oder der Cabernet Sauvignon großer Beliebtheit erfreuen. 

Beim Essen gehen auf den Kanarischen Inseln gelten einige Regeln, die von deutschen Gepflogenheiten abweichen. So ist es hier üblich, dass die Gäste im Eingangsbereich auf den Kellner warten, der ihnen Tische im Restaurant vorschlägt. Sich selbst einen Tisch zu suchen oder - noch schlimmer - sich mit einem "Ist hier noch frei?" zu Fremden an den Tisch zu setzen, gilt dagegen als unhöflich. Ebenso ungern wird unpassende Kleidung im Restaurant gesehen. Statt Gammellook oder Strandoutfit sollten Gäste besser auf gediegenere Outfits zurückgreifen. Nach dem Essen geht's natürlich auch auf den Kanaren an's Bezahlen. Wie überall in Spanien, so ist es auch auf den Inseln üblich, dass der Rechnungsbetrag zusammen bezahlt wird. Besucht eine Gruppe mehrere Lokale, wechseln sich die Mitglieder einfach mit dem Zahlen ab, wird nur ein Restaurant besucht, können die Gäste vor dem Verlangen nach der Rechnung den Gesamtbetrag zusammenlegen. Beim Bezahlen selbst ist Diskretion gefragt: Die Rechnung wird beim Kellner möglichst ganz nebenbei eingefordert und dem Gast daraufhin auf einem kleinen Teller "serviert". Der Bezahlende legt daraufhin das Geld auf den Teller, den der Kellner nach kurzer Zeit wieder mitnimmt und zusammen mit dem Wechselgeld wieder an den Tisch zurückbringt. Der Gast wiederum lässt vor dem Verlassen des Restaurants ein Trinkgeld auf dem Tellerchen zurück, das in der Regel etwa 5 bis 10 % des Rechnungsbetrages beträgt. Dies gilt übrigens auch dann, wenn auf der Rechnung bereits ein kleiner Betrag für den Service ausgewiesen wurde. 

Insider-Tipps

Die Kanaren sind ein Paradies für Wassersportler! Tauche ein in faszinierende Unterwasserwelten, reite auf spektakulären Wellen oder plansche ganz entspannt am Traumstrand. Darüber hinaus hast du auf den Atlantikinseln aber auch viel Gelegenheit, Geschichte und Kultur der Eilande kennenzulernen, unvergessliche Momente zu erleben und dich von den kulinarischen Spezialitäten der Region verwöhnen zu lassen:

Ausflüge & Aktivitäten
Fahrt mit dem Glasboden-Katamaran: Entdecke an nur einem Tag gleich drei Kanarische Inseln! Mit dem Glasboden-Katamaran erkundest du die faszinierende Unterwasserwelt zwischen Fuerteventura, Lanzarote und Lobos. Bei Stopps hast du außerdem ausreichend Gelegenheit zum Tauchen, Schnorcheln und Baden. Mehr Infos

Museo Etnografico Casas Cuevas: Noch heute leben viele Einwohner von Artenara auf Gran Canaria in traditionellen Wohnhöhlen. Im Museo Etnografico Casas Cuevas kannst du dir eine solche Höhlenwohnung mit Einrichtungsgegenständen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ansehen. Der Eintritt ist frei. 

Teide bei Nacht: Erlebe den höchsten Berg Spaniens bei Nacht, bewundere durch professionelle Teleskope den faszinierenden Sternenhimmel über Teneriffa und lass dich von spannenden Geschichten zu den Sternbildern verzaubern. Bei einem Glas Champagner, einer Tasse Tee oder Kaffee und einem süßen Snack hast du anschließend die Gelegenheit, deine Erlebnisse revue passieren zu lassen. Buchung und weitere Informationen hier.

Sport & Action
Canyoning im Naturschutzgebiet: Seile dich in einem steilen Canyon ab, rutsche Wasserfälle hinunter und spüre das Adrenalin bei bis zu 8 Meter hohen Sprüngen. Die Canyoning-Tour im Teno auf Teneriffa lässt keine Wünsche offen. Da die schwierigsten Stellen der Strecke optional sind, ist die Tour auch für Anfänger geeignet, die über eine solide Grund-Fitness verfügen. Hier buchen.

Surfen an der Bahía de Pozo Izquierdo: Mit bis zu 9 Beaufort bietet der Strand an der Ostküste von Gran Canaria optimale Bedingungen, gerade für fortgeschrittene Surfer. Vom angrenzenden Badebereich aus kannst du die Wellenreiter bei ihren Tricks beobachten und einen leckeren Drink an der Strandbar genießen.

Tauchen im Mar de las Calmas: Im Meeresschutzgebiet vor La Restinga an der Südostküste von El Hierro erwartet dich eine einzigartige Artenvielfalt. Bewundere bunte Papageifische, skurril anmutende Trompetenfische und - mit etwas Glück - mächtige Hammerhaie, verspielte Delfine und majestätische Teufelsrochen.

Natur & Kultur
Tiere erleben im Loro Parque: Schillernde Papageien, mächtige Gorillas, lustige Pinguine, majestätische Löwen, imposante Wale, lebhafte Schimpansen - sie alle, und noch viele weitere tierische Bewohner erwarten dich im Loro Parque auf Teneriffa.

Palmetum Santa Cruz de Tenerife: Der Botanische Garten auf Teneriffa zeigt dir auf rund 12 Hektar die unterschiedlichsten Palmenarten aus aller Welt. Auf dem idyllischen Areal finden sich heute mehr als 400 Palmenarten, die nach ihrer geografischen Herkunft geordnet angepflanzt wurden. Eintrittskarten & mehr Informationen.

Dunas de Maspalomas: Die Dünenlandschaft im Süden von Gran Canaria erstreckt sich auf rund 400 Hektar und vermittelt dir ein einzigartiges Wüsten-Feeling inmitten der Touristen-Hochburg Maspalomas. Auf einem Rundweg durch die Dünen kannst du die beeindruckende Landschaft auf dich wirken lassen.

Essen & Trinken
Tasca Tierras del Sur: In dem liebevoll eingerichteten Restaurant auf Teneriffa erwartet dich ein gekonnter Mix aus traditionellen kanarischen Gerichten und kreativen europäischen Genüssen. Kunstfreunde dürfen sich darüber hinaus auf wechselnde Ausstellungen von Fotografen, Malern und anderen Künstlern freuen. Mehr Infos & Reservierung.

Cacao: Die Eisdiele auf Gran Canaria ist ein El Dorado für Naschkatzen. Neben cremig-kühlen Köstlichkeiten kannst du hier auch Crepes und leckeren Kaffee genießen. Weitere Infos zum Cacao.

Mirador El Roque: Das Restaurant in Orzola liegt direkt im Hafen an der Nordküste von Lanzarote. Lass dich von leckerer Paella, frischen Meeresfrüchten und weiteren Köstlichkeiten der mediterranen Küche verwöhnen. Mehr Informationen.




Klima & Wetter

Mit ihrer Lage im Atlantischen Ozean vor der Nordwestküste Afrikas eignen sich die Kanarischen Inseln ganzjährig als Urlaubsziel für Badeurlauber, Surfer, Wanderer und Aktivurlauber. Durch das subtropische Klima mit kühlenden Passatwinden machen die Kanaren ihrem Ruf als "Inseln des ewigen Frühlings" alle Ehre. Zwar kann grundsätzlich zwischen einer Trockenzeit in den Sommermonaten und einer Regenzeit im Winter unterschieden werden, allerdings sind auch in den kalten Monaten keine Regenmassen zu erwarten. Je nach Insel musst du im Höchstfall mit 4 bis 10 Regentagen pro Monat rechnen. Die meisten Sonnenstunden erwarten dich zwischen Juni und August auf Fuerteventura - bei sommerlichen Temperaturen von bis zu 29 Grad und mit 22 Grad warmem Wasser herrschen dann optimale Bedingungen für deinen Strandurlaub. Aber auch im April, Mai, September und Oktober gibt es schon genügend heiße und sonnige Tage für ein erfrischendes Bad im Atlantik. Wer seinen Urlaub auf den Kanaren lieber aktiv - beispielsweise beim Trekking - verbringen möchte, wählt dazu am besten die Herbst- und Frühlingsmonate mit ihren milderen Temperaturen. Besonders lohnenswert für Wanderer ist ein Urlaub auf La Palma, "La isla verde". Die grüne Insel ist zu etwa 40 % von Wald bedeckt und gibt ihren Besuchern zwischen Vulkankegeln, Schluchten und Hangwäldern unzählige Möglichkeiten, die artenreiche Flora und Fauna zu entdecken.

Die beste Reisezeit zum Surfen auf den Kanarischen Inseln hängt sowohl von der jeweiligen Insel als auch vom eigenen Können ab. Fortgeschrittene Surfer freuen sich in den Monaten  zwischen Oktober und Mitte Dezember auf Fuerteventura und Lanzarote, sowie zwischen Oktober und März auf Gran Canaria und Teneriffa auf optimale Bedingungen, während Anfänger am besten zwischen Juli und November (Fuerteventura & Lanzarote) ihre ersten Versuche auf dem Brett wagen. Gran Canaria und Teneriffa dagegen bieten ganzjährig auch für ungeübte Surfer geeignete Wellen. Übrigens: Die Kanaren eignen sich nicht nur für Sonnenanbeter. Sogar Skifahrer können auf den Kanarischen Inseln ihrem Hobby frönen. Das Skigebiet am Teide auf Teneriffa umfasst etwa 20 Pistenkilometer mit 4 Skiliften und einer großen Gondel. Die beste Reisezeit zum Skifahren auf den Kanaren liegt in den Wintermonaten zwischen Dezember und Februar. 

Facts

Flugzeit: 4-5 Stunden je nach Abflug- und Zielflughafen
Flughäfen/Direktflüge: Teneriffa Süd (Direktflüge ab Köln, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Dresden, Bremen, Hannover, München, Nürnberg, Stuttgart), Teneriffa Nord, El Hierro (Inlandsflüge), Gran Canaria (Direktflüge ab Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Nürnberg, Münster, Köln, Bremen, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Friedrichshafen, Hannover, Leipzig, Paderborn, Rostock), La Gomera (Inlandsflüge), Fuerteventura (Direktflüge ab München, Düsseldorf), La Palma (Direktflüge ab Frankfurt/Main), Lanzarote (Direktflüge ab Frankfurt/Main, Berlin, Hannover, Hamburg, München, Düsseldorf, Köln, Stuttgart)
Währung: Euro
Zeitverschiebung: - 1 Std.
Beste Reisezeit: je nach Insel & Aktivitäten ganzjährig, Badeurlaub: April-Oktober, Aktivurlaub: März-Mai/Oktober-November, Surfen: Juli-November (Anfänger) bzw. Oktober-Dezember (Fortgeschrittene)
Reisevorbereitungen: Deutsche Staatsangehörige können ohne Visum oder Reisepass mit einem gültigen Personalausweis (vorläufigen Personalausweis) einreisen. Bei der Einfuhr von Waren von den Kanarischen Inseln nach Deutschland ist zu beachten, dass die Kanaren nicht zum Steuergebiet der EU gehören und Güter damit den zollrechtlichen Beschränkungen für die Einfuhr aus Nicht-EU-Staaten unterliegen.

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